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CFTC und EU-Banken setzen auf Stablecoins, während Kryptomärkte eine Angststimmung zeigen nach wochenlangen Liquidationen

26.09.2025 - 7 Minuten Lesedauer
Die Top-Schlagzeilen dieser Woche: Stablecoins finden verstärkt grenzüberschreitenden Akzeptanz und Zuspruch

CFTC unterstützt Stablecoins als Sicherheiten

  • Diese Woche setzten Institutionen weltweit verstärkt auf Stablecoins. Am Dienstag genehmigte die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), dass US-Derivatehandelsplätze künftig dollar-gedeckte Stablecoins als Sicherheiten akzeptieren dürfen. Dies könnte helfen, Margenanforderungen zu senken und die Abwicklung zu modernisieren. Interimspräsidentin Caroline Pham bezeichnete die Initiative als „Killer-App … um Wirtschaftswachstum freizusetzen, indem Kosten gesenkt werden“.
  • Branchenführer teilten ihren Optimismus. Heath Tarbert von Circle sprach von zusätzlicher Liquidität und geringerem Risiko. Greg Tusar, VP bei Coinbase, betonte, dass die USA so ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Jack McDonald von Ripple hob die Bedeutung klarer Regeln zu Bewertung, Verwahrung und Abwicklung hervor – ein Punkt, den Kris Marszalek von Crypto.com im Zusammenhang mit einer erweiterten Nutzung von Sicherheiten jenseits von Bargeld hervorhob. Der Vorschlag ist bis zum 20. Oktober zur öffentlichen Stellungnahme offen, begleitet von Koordination zwischen dem US-Finanzministerium und der Präsidenten-Arbeitsgruppe.

USA und UK vertiefen Krypto-Zusammenarbeit

  • Auch die US-Regierung kündigte die Einrichtung eines gemeinsamen Gremiums mit Grossbritannien an, um für Unternehmen den Zugang zu Kapitalmärkten auf beiden Seiten des Atlantiks zu erleichtern und die Zusammenarbeit bei Krypto-Vermögenswerten zu vertiefen. Bewilligt durch Schatzkanzlerin Rachel Reeves und Finanzminister Scott Bessent während Präsident Trumps Staatsbesuch, soll die Taskforce – unter gemeinsamer Leitung der Finanzministerien und mit Beteiligung der Aufsichtsbehörden – kurzfristige Anpassungen und längerfristige Optionen innerhalb von 180 Tagen liefern. Ziel ist ein reibungsloserer grenzüberschreitender Zugang. Grossbritannien bevorzugt dabei weiterhin, Krypto über bestehende Regeln zu regulieren, anstatt wie die EU mit ihrer Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) ein neues Regelwerk zu schaffen.

EU-Banken entwickeln MiCAR-konformen Stablecoin

  • Gleichzeitig haben sich Finanzinstitute in der EU zusammengeschlossen, um einen Euro-Stablecoin gemäss MiCAR-Vorgaben zu lancieren. ING, Banca Sella, KBC, Danske Bank, DekaBank, UniCredit, SEB, CaixaBank und Raiffeisen Bank International stellten Pläne für einen euro-denominierten Stablecoin vor. Dafür wurde in den Niederlanden eine Gesellschaft gegründet, die eine E-Geld-Lizenz unter Aufsicht der De Nederlandsche Bank anstrebt. Die erste Emission ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant, weitere Banken sind eingeladen, sich anzuschliessen. Ein CEO soll nach regulatorischer Genehmigung benannt werden. Ziel ist es, eine vertrauenswürdige Zahlungsinfrastruktur zu schaffen – als glaubwürdige europäische Alternative zum heute USD-dominierten Stablecoin-Markt – und Banken Raum für Wallets und Verwahrungslösungen zu bieten.
Ein kurzer Krypto-Überblick: Long-Positionen im Wert von Milliarden liquidiert

Nach der Rallye in der Vorwoche kehrte die Volatilität mit voller Wucht zurück. Am Wochenende wurden Krypto-Positionen im Wert von über 1,8 Milliarden USD liquidiert, was 370’000 Trader traf und die Marktkapitalisierung um mehr als 150 Milliarden USD sinken liess – die bislang grösste Long-Liquidation des Jahres. Bitcoin fiel kurzzeitig unter seinen 7-Tage-Simple-Moving-Average auf 112’000 USD, Ether rutschte auf rund 4’200 USD. Analysten machten eine Mischung aus Trumps umstrittener H1B-Visa-Gebühr von 100’000 USD, die Tech-Aktien belastete, sowie stark überladenen Altcoin-Positionen mit Hebelwirkung verantwortlich. 

In den vergangenen 24 Stunden gingen weitere 170 Milliarden USD an Marktkapitalisierung verloren: BTC fiel bis auf 109’000 USD, bevor er Unterstützung fand, und ETH sank erstmals seit dem 9. August wieder unter 4’000 USD.

Grösste Liquidation von Long-Positionen im Jahr 2025. Quelle: CoinGlass

Trotz der umfassenderen Abverkäufe konnte Binance Coin (BNB) überzeugen. Validatoren der Binance Chain schlugen vor, die Transaktionsgebühren zu halbieren und die Blockzeiten zu verkürzen, um im Wettbewerb mit Layer-2-Netzwerken zu bestehen. Der Vorschlag löste eine Rallye aus: BNB legte im Wochenvergleich über 6 % zu und überschritt kurzzeitig die Marke von 1’000 USD. Während die meisten Altcoins zweistellige Verluste verzeichneten, beendete BNB die Woche nahe Allzeithochs – ein Beispiel dafür, wie starke Fundamentaldaten sich gegenüber Marktpanik behaupten können. 

Unterdessen führt Stablecoin-Gigant Tether Gespräche mit institutionellen Investoren, um bis zu 20 Milliarden USD einzusammeln. Das Unternehmen würde damit mit rund 500 Milliarden USD bewertet – und damit zu einem der wertvollsten Privatunternehmen weltweit, auf Augenhöhe mit OpenAI und SpaceX. Beobachter sehen in der Kapitalaufnahme einerseits eine Möglichkeit, die Reserven von USDT zu stärken, und andererseits einen Treiber für die Expansion in den Bereich Tokenisierung. Gleichzeitig verdeutlicht sie, wie zentral Stablecoins inzwischen für das Krypto-Ökosystem geworden sind. 

Der Wettbewerber im Bereich grenzüberschreitender Zahlungen, Ripple, hatte einst ähnliche Ambitionen. Trotz neuer Partnerschaften mit dem spanischen Bankriesen BBVA und der Lancierung des ersten Spot-XRP-ETF in der vergangenen Woche zeigt sich XRP zuletzt schwach. Langjähriger XRP-Kommentator Bill Morgan stellte fest, dass dies nicht länger mit der SEC-Klage erklärt werden könne. 

Chart der Woche: Milliarden in Krypto-Optionen vor Fälligkeit 

Heute steht einer der grösseren Krypto-Optionsverfälle des Jahres an: Rund 22,6 Milliarden USD in Bitcoin-Optionen und 5,1 Milliarden USD in Ethereum-Optionen laufen aus. Deribit zeigt in seinem Open Interest nach Fälligkeit eine deutliche Häufung im späten September-Roll. Cointelegraph verweist allein für Freitag auf etwa 17,4 Milliarden USD OI bei Deribit und rund 22 Milliarden USD über alle Handelsplätze hinweg. 

Der Löwenanteil dieser Kontrakte sind Call-Optionen – ein Zeichen für eine insgesamt bullishe Stimmung. Das Ergebnis hängt jedoch davon ab, ob Bitcoin über wichtigen Kursmarken bleibt. Aktuell notiert BTC bei rund 109’000 USD und damit unter der Schwelle von 110’000 USD – was bärischen Tradern einen Vorteil von bis zu 1 Milliarde USD verschaffen könnte. Steigt der Kurs wieder über 112’000 USD, übernehmen die Bullen und könnten sich Gewinne von 600 Millionen USD oder mehr sichern. 

Der jüngste Rückgang am Markt – BTC -1,3 %, ETH -4,1 % – spiegelt die Vorsicht im Vorfeld des Verfalls wider. Trader richten ihren Blick besonders auf US-Wirtschaftsdaten, darunter BIP-Zahlen und Staatsanleihenauktionen, die kurzfristig für zusätzliche Volatilität sorgen könnten.

Offene Positionen in Bitcoin-Optionen nach Fälligkeit. Quelle: Deribit
Was passiert On-Chain? Plasma-Launch beflügelt XPL, ETH-Bestände auf Handelsplätzen sinken, Family Offices erhöhen Allokation, Asien legt bei Transaktionen zu

Die auf Stablecoins ausgerichtete L1-Blockchain Plasma hat gestern ihr Mainnet lanciert – der native Token XPL legte daraufhin um 52 % zu. Plasma erhielt Unterstützung von Branchengrössen wie Stablecoin-Gigant Tether. Binance, der weltweit grösste Krypto-Handelsplatz, integrierte Plasma USDT über Aaves Lending-System in seine Earn-Suite. Bereits Anfang der Woche hatte Plasma mit „Plasma One“ die erste vollständig auf Stablecoins ausgerichtete Neobank vorgestellt – als Auftakt zum Mainnet-Launch.

Ether fliesst weiterhin von zentralisierten Handelsplätzen in Staking, Selbstverwahrung und ETF-Custody-Kanäle. Damit verringert sich das Angebot an Coins, die kurzfristig verkauft werden könnten – ein Faktor, der ETH hilft, Rückgänge abzufedern, wenn das Risiko im breiteren Markt nachlässt. Die kurzfristige Einschränkung bleibt die steigende Bitcoin-Dominanz: Neues Kapital fliesst zunächst in BTC, was die Outperformance von ETH so lange bremsen kann, bis diese Dominanz eine Pause einlegt. Mittelfristig gilt das kleinere Börsenangebot jedoch als unterstützendes Signal für ETH, sobald sich die Marktführerschaft verbreitert. 

Die Citi Wealth 2025 Global Family Office Study – eine Umfrage unter 346 Family Offices in 45 Ländern – zeigt, dass sich die Stimmung gegenüber digitalen Vermögenswerten um 10 Prozentpunkte verbessert hat, von -11 % im Jahr 2024 auf -1 % in diesem Jahr. Citi führt die Veränderung auf eine freundlichere Haltung der neuen US-Regierung sowie auf klarere regulatorische Rahmenbedingungen zurück, die das wahrgenommene Karriere- und operationelle Risiko beim Halten von Krypto reduzieren. 

Auch die Allokation verändert sich. Historisch begrenzten viele Family Offices ihren Krypto-Anteil auf 1–5 % der Portfolios. 2025 stellt eine Analyse von BNY Mellon fest, dass sich diese Bandbreiten ausweiten: Grössere Family Offices (AuM > 1 Mrd. USD) halten im Schnitt rund 8 % in digitalen Assets, kleinere (AuM < 1 Mrd. USD) etwa 5 %. Auch die Erwartungen steigen: Fast vier von zehn Befragten rechnen im kommenden Jahr mit Portfoliorenditen von über 10 %. Bemerkenswert ist zudem, dass die Mehrheit angab, eher zu halten oder nachzukaufen als zu verkaufen, selbst bei Schlagzeilen zu Zöllen – ein Hinweis auf eine höhere Überzeugung und einen längerfristigen Anlagehorizont. 

Während amerikanische Family Offices zunehmend offener für Krypto werden, zeigt die aktuelle Chainalysis-Studie, dass Asien den Ton angibt. Laut dem 2025 Global Adoption Index von Chainalysis führen Indien, Pakistan und Vietnam die weltweite Krypto-Aktivität an. Von vergangenem Jahr bis Juni dieses Jahres stieg das Transaktionsvolumen in der APAC-Region von 1,4 Billionen USD auf 2,36 Billionen USD. 

Kapitalflüsse bei digitalen Anlageprodukten: Späte Zuflüsse nach Zinsentscheid

In der vergangenen Woche verbuchten Digital-Asset-Fonds zum zweiten Mal in Folge Zuflüsse, diesmal in Höhe von 1,9 Milliarden USD. Nach Monaten der Diskussion setzte die Fed ihre Zinssenkung mit vorsichtigem Ton um. Das führte zu einer kurzen Pause der Zuflüsse zu Wochenbeginn, bevor diese am Donnerstag und Freitag (746 Millionen USD) wieder deutlich anzogen, als Investoren die Folgen für Krypto einordneten. Das verwaltete Vermögen (AuM) stieg damit auf ein Jahreshoch von 40,4 Milliarden USD und bleibt auf Kurs, die Nettozuflüsse des Vorjahres von 48,6 Milliarden USD zu erreichen oder leicht zu übertreffen. 

Regional führte die USA mit 1,8 Milliarden USD, gefolgt von Deutschland (51,6 Mio. USD), der Schweiz (47,3 Mio. USD) und Brasilien (9,3 Mio. USD). Die Stimmung blieb insgesamt konstruktiv; einzig Hongkong verzeichnete einen leichten Abfluss von 3,1 Mio. USD. 

Nach Anlageklassen zog Bitcoin 977 Millionen USD an, während Short-Bitcoin-Produkte weitere 3,5 Mio. USD Abflüsse hinnehmen mussten und ihr AuM damit auf ein Mehrjahrestief von 83 Millionen USD fiel. Ethereum verbuchte 772 Millionen USD und brachte die Zuflüsse seit Jahresbeginn auf einen Rekordwert von 12,6 Milliarden USD – das ETH-Produkt-AuM erreichte mit 40,3 Milliarden USD ein Allzeithoch. Unter den Altcoins stachen Solana mit 127,3 Millionen USD und XRP mit 69,4 Millionen USD hervor. 

Marktstimmung: Anleger zwischen Stabilität und Verunsicherung

Die Aktienmärkte zeigen sich weiterhin zurückhaltend: Der CNN Fear & Greed Index liegt neutral bei 51 – ein Hinweis darauf, dass Anleger eher dazu neigen, kleinere Kursrückgänge zu nutzen, statt sich stark abzusichern. Anders im Kryptomarkt, wo die Stimmung schnell ins Negative gedreht hat. 

Der Crypto Fear & Greed Index fiel deutlich auf 28, nach 43 noch am Vortag. Auch der breitere Indikator von CoinMarketCap sank auf einen ängstlichen Wert von 32, von 41 tags zuvor. Cointelegraph beschreibt dies als den pessimistischsten Stand seit Mitte April – obwohl der Bitcoin-Kurs heute weit höher notiert als damals. Das deutet darauf hin, dass die Positionierung derzeit schwerer wiegt als der reine Kursstand. In früheren Zyklen waren Werte unter 30 häufig ein Signal für bevorstehende Erholungen, sobald die kurzfristigen Belastungen nachliessen. 

Privatanleger in Aktien zeigen ein gemischtes Bild statt Euphorie: Laut der jüngsten AAII-Umfrage sind 41,7 % bullish und 39,2 % bearish – ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis, das auf eine Seitwärtsphase hindeutet, während die Märkte auf neue Impulse warten. Zusammengenommen zeichnen die vier Indikatoren ein klares Bild: Die Risikobereitschaft ist selektiv – Aktien wirken stabiler, während Krypto defensiver aufgestellt ist. Für Portfolios spricht dies für den Fokus auf liquide Kernwerte (BTC/ETH), gestaffelte Einstiege rund um Verfallstermine und Finanzierungsnachrichten sowie eine moderate Cash-/Hedge-Reserve, falls Makro-Nachrichten Renditen und den Dollar nach oben treiben. 

Weitere relevante Nachrichten
Wichtige Termine in der kommenden Woche

Nachfolgend finden Sie einige der wichtigsten Datenveröffentlichungen, auf die Sie nächste Woche achten sollten.   

Dienstag, 30. September 2025 
Japan – Detailhandelsumsätze (Jahresvergleich) AUG 

Mittwoch, 1. Oktober 2025 
Schweiz – Detailhandelsumsätze (Jahresvergleich) AUG 
Eurozone – Inflationsrate (Jahresvergleich, vorläufig) 

Donnerstag, 2. Oktober 2025 
Schweiz – Inflationsrate (Jahresvergleich) 
Eurozone – Arbeitslosenquote 
USA – Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung 

Freitag, 3. Oktober 2025 
Japan – Arbeitslosenquote

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