1. U.S. VPI für Juli kühlt ab durch unerwartetes Beschäftigungswachstum
Die Fakten:
- Der Jahresvergleich des U.S. VPI ging im Juli auf 8.5% zurück und lag damit 0.2% unter der Schätzung von 8.7% und 0.6% unter dem Anstieg des Vormonats von 9.1%. Gründe dafür sind unter anderem die abnehmenden Energiekosten, Preisnachlässe im Einzelhandel, die Rückkehr der Deflation im Online-Handel und der Einbruch von Versandkosten.
- Die Kerninflation, welche Preise für Lebensmittel und den Energiesektor ausschliesst, hat im Monatsvergleich 0.3% (prognostiziert 0.5%) und im Jahresvergleich Stand Juni 5.9% (prognostiziert 6.1%) zugenommen. Somit bewegt sich die Kerninflation auf dem gleichen Level wie im Vormonat.
- Der Dollar zeigte Anzeichen von Schwäche und verzeichnete nach der Veröffentlichung des Reports den stärksten Rückgang seit fünf Monaten.
- Unterdessen erreichte der Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich in China im Juli einen neuen Zweijahreshöchststand von 2.7%, was auf den Anstieg der Lebensmittelpreise zurückzuführen ist.
- Nach den vielversprechenden Daten zum Beschäftigungswachstum in der vergangenen Woche lieferte der Bericht weitere gute Nachrichten für die Arbeitnehmer, deren monatliche Reallöhne um 0,5 % stiegen.
Warum es wichtig ist:
- Da der VPI für Juli tiefer ausfiel als erwartet, ging die Inflationsrate von ihrem jüngsten 40-Jahres-Höchststand zurück. Dies ist auf die zurückgehende Nachfrage auf Verbraucherseite und die durch Covid und makroökonomische Bedingungen beeinträchtigten Lieferketten zurückzuführen, welche sich momentan am erholen sind.
- Es ist Vorsicht geboten, die durch die Energiepreise bedingte Verlangsamung der Inflation überzubewerten, da diese nach wie vor ungewöhnlich hoch ist, während die Löhne parallel zu den hohen Wohnkosten steigen.
- Die Verlangsamung der Inflationsrate könnte jedoch die Wahrscheinlichkeit einer grossen Zinserhöhung bei der nächsten FED-Sitzung im September verringern, auch wenn die starken Beschäftigtenzahlen ausserhalb der Landwirtschaft eine weitere Straffung der Geldpolitik zu ermöglichen scheinen.
- Ein weiteres Instrument zur Eindämmung der Inflation wurde am Sonntag vom Senat verabschiedet: der Inflation Reduction Act, ein 700 Milliarden Dollar schweres Paket zur Senkung der Energie- und Gesundheitskosten





