Die Fakten:
- Das US-Handelsministerium meldete am Donnerstag, dass das US-BIP weniger stark geschrumpft ist als zuvor geschätzt, nämlich von -0,9 % auf -0,6 %, während das Bruttoinlandseinkommen (BDI) im zweiten Quartal um 1,4 % gestiegen ist.
- Die US-Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal leicht, aber die zugrunde liegenden Zahlen deuten nicht auf eine Rezession hin.
- Ebenfalls am Donnerstag meldete das US-Arbeitsministerium, dass die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung um 2'000 auf 243'000 gesunken ist und damit unter den Schätzungen liegt, was auf eine gute Beschäftigungslage hindeutet.
- Unterdessen stiegen die deutschen Benchmark-Strompreise für das kommende Jahr am Freitag auf über 800 €/MWh und damit fast um das Zehnfache gegenüber dem Vorjahr, während Russland das Angebot vor dem Winter einschränkt.
- Im Vereinigten Königreich, das kürzlich mit 10,1 % einen 40-Jahres-Höchststand bei den Inflationsraten meldete, wird mit einem weiteren Anstieg der Inflation und der Zinsen gerechnet, da die Energiepreise in die Höhe schnellen.
Warum es wichtig ist:
- Die heute in Jackson Hole gehaltene Rede des FED-Vorsitzenden Powell wird voraussichtlich mehr Klarheit darüber schaffen, wie die FED ihre Geldpolitik künftig gestalten wird, da die gemeldeten Zahlen zu den gemischten Aussichten einer sich verlangsamenden Wirtschaft beitragen, ohne jedoch auf eine Rezession hinzuweisen.
- Da die Energiepreise in hohem Maße an Gas gekoppelt sind, erreichen sie in Europa immer neue Rekordhöhen, da Erdgas, das zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet wird, im Vergleich zum Vorjahr nun etwa das Zehnfache kostet.
- Damit heizen die hohen Energiepreise die Inflation an und dürften die energieintensive Industrie wie die deutsche massiv treffen.
- Deutschland erwägt daher, die Abschaltung seiner letzten drei Kernkraftwerke zu verschieben, um die Energieknappheit abzumildern, während Japan sogar signalisiert, zur Kernenergie zurückzukehren, indem sie Reaktoren der nächsten Generation entwickeln, um die steigenden Energiepreise zu bekämpfen.
- Angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten liegt es auf der Hand, dass die EU die Energiepolitik wieder ganz oben auf ihre politische Agenda setzen möchte.






