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Rebalancing eines 60/40-Portfolios mit Bitcoin-Allokation: Positionsgrösse, Rebalancing-Rhythmus, Verwahrung und Ausführung

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Bitcoin Suisse
12 Okt. 20267 Min

Unser Crypto Wealth Management Report 2026 geht von einem Problem aus, das sich seit 2022 zunehmend verschärft hat. Aktien und Staatsanleihen haben sich unter dem Einfluss von Inflations-, Zins- und geopolitischen Schocks immer häufiger in dieselbe Richtung bewegt. Dadurch wurde die negative Korrelation zwischen Aktien und Anleihen geschwächt, die die Anleihenseite des traditionellen 60/40-Portfolios lange rechtfertigte.

Um zu untersuchen, wie sich eine moderate Bitcoin-Allokation in diesem Umfeld auf die absoluten und risikobereinigten Renditen auswirkt, analysiert der Report Modellportfolios mit Bitcoin-Gewichtungen zwischen 0 % und 10 %. In einer Variante wird die Bitcoin-Allokation zulasten des Anleihenanteils finanziert, in der anderen zulasten des Aktienanteils. Die Resultate basieren auf historischen Modellrechnungen und stellen weder Prognosen noch Anlageempfehlungen dar.

Der Report betrachtet die Wahl der Allokationshöhe lediglich als ersten Schritt der Portfolio-Konstruktion. Anschliessend stellt sich die Frage, wie die gewünschte Exponierung umgesetzt und verwaltet wird. Die Methodik enthält dabei eine zentrale Annahme: Jede Neugewichtung erfolgt vierteljährlich am ersten gemeinsamen handelbaren Börsentag, wobei Steuern und Transaktionskosten auf Portfolioebene nicht berücksichtigt werden.

Wie stark die tatsächlich erzielten Ergebnisse von den Modellresultaten abweichen, hängt wesentlich davon ab, wie konsequent das Rebalancing im jeweiligen Portfolio umgesetzt wird. Dabei spielt zunächst die Grösse der Allokation eine Rolle, da sie alle weiteren Entscheidungen beeinflusst. Hinzu kommen die gewählte Rebalancing-Frequenz, die Verwahrung der Vermögenswerte sowie die Art und Weise, wie die Transaktionen ausgeführt werden.

Portfolioallokation im Kryptobereich und die Grösse jeder Neugewichtung

Der Report untersucht Bitcoin-Allokationen von 1 %, 2,5 %, 5 % und 10 % und überlässt die Wahl der geeigneten Gewichtung den individuellen Anlagezielen und der Risikotoleranz des Investors. Mit der Wahl einer bestimmten Allokation wird gleichzeitig festgelegt, wie viel Kapital bei jeder vierteljährlichen Neugewichtung bewegt werden muss.

Zur Veranschaulichung ein vereinfachtes Beispiel: Steigt Bitcoin innerhalb eines Quartals um 40 %, während alle übrigen Portfoliobestandteile unverändert bleiben, erhöht sich eine 1-%-Allokation auf rund 1,4 %. Um die Zielgewichtung wiederherzustellen, müssten etwa 0,4 % des Gesamtportfolios verkauft werden. Eine 5-%-Allokation steigt unter denselben Annahmen auf rund 6,9 % und erfordert Verkäufe von knapp 1,9 %, während eine 10-%-Allokation auf etwa 13,5 % anwächst und eine Reduktion um rund 3,5 % notwendig macht.

Nach einem Quartal mit fallenden Kursen verläuft dieselbe Rechnung in umgekehrter Richtung: Die Neugewichtung führt dann zu Zukäufen von Bitcoin zulasten der übrigen Portfoliobestandteile. Am unteren Ende der Allokationsspanne fallen die vierteljährlichen Transaktionen vergleichsweise gering aus. Am oberen Ende handelt es sich hingegen um Positionen, bei denen Zeitpunkt und Kosten der Ausführung das Gesamtergebnis spürbar beeinflussen können.

Wie oft sollte ein Portfolio mit Bitcoin-Allokation neu gewichtet werden?

Die Neugewichtung kann entweder nach einem festen Zeitplan oder anhand von Toleranzbändern erfolgen, die eine Transaktion auslösen, sobald die Allokation einen definierten Abstand zur Zielgewichtung erreicht. Das Modell verwendet einen kalenderbasierten Ansatz. Dadurch bleiben die Ergebnisse über verschiedene Allokationen hinweg vergleichbar, und Ermessensentscheidungen zu den Zeitpunkten werden vermieden, an denen sie erfahrungsgemäss am schwierigsten fallen. Dies gilt insbesondere für Quartalsenden, wenn sich die Allokation am weitesten von ihrem Zielwert entfernt haben kann.

Wird eine Allokation nach einer starken Marktphase nicht angepasst, wächst sie mit der Wertentwicklung des Vermögenswerts weiter an. Das Portfolio trägt dadurch schrittweise ein Risikoniveau, das ursprünglich nicht vorgesehen war.

Jeder Rebalancing-Zeitpunkt ist zugleich ein Transaktionsereignis und damit mit Handelskosten sowie, je nach Rechtsordnung, auch mit steuerlichen Konsequenzen verbunden. Entsprechend nimmt die Abweichung zwischen modellierten und tatsächlich erzielten Renditen in der Regel mit der Grösse der jeweiligen Transaktion zu.

Verwahrung digitaler Vermögenswerte und Zugang zum Portfolio am Rebalancing-Stichtag

Bei einem vierteljährlichen Rebalancing lassen sich die vorgesehenen Termine mit den meisten Verwahrungslösungen für digitale Vermögenswerte einhalten, sofern entsprechende Vorbereitungen getroffen werden. Welche Massnahmen erforderlich sind, hängt dabei von der jeweiligen Kontostruktur ab.

Vermögenswerte, die in einem Bitcoin Suisse Crypto Account gehalten werden, können direkt gehandelt werden. Über die App, das Online-Konto sowie eine latenzarme API besteht rund um die Uhr Zugang zu mehr als 40 Protokollen.

Vermögenswerte in einem Vault Account werden hingegen auf persönlichen, konkursgeschützten und segregierten Blockchain-Adressen für die langfristige Verwahrung gehalten. Bevor sie verkauft werden können, müssen sie zunächst transferiert werden. Solche Onchain-Transfers können jedoch durch Netzwerkauslastung oder veränderte Gebührenbedingungen verzögert werden.

Bei Organisationen kommt hinzu, dass die Verwaltung digitaler Vermögenswerte mittels Multi-Signatur-Verfahren einen zusätzlichen Freigabeschritt erfordert. Dabei sind die Rollen für das Erfassen, Stornieren und Genehmigen von Transaktionen getrennt. Die fristgerechte Umsetzung einer Anweisung zum Quartalsende hängt somit davon ab, dass die erforderlichen Zeichnungsberechtigten verfügbar sind.

Anleger, die ihre Kernposition in einem Vault Account halten, können daher erwägen, den voraussichtlich für das Rebalancing benötigten Bestand in einem Crypto Account vorzuhalten oder entsprechende Transfers bereits vor dem Rebalancing-Termin einzuplanen.

Smart Order Routing und die Kosten jeder Neugewichtung

Jede Transaktion verursacht Handelskosten, wobei der Bid-Ask-Spread in der Regel den grössten Kostenfaktor darstellt. Eine Buy-and-Hold-Position fällt nur einmal an. Eine auf eine vierteljährliche Zielgewichtung ausgerichtete Allokation trägt diese Kosten hingegen bei jeder Neugewichtung, sowohl bei Verkäufen als auch bei Käufen. Diese Kosten sind in den Modellresultaten nicht berücksichtigt.

Unser Smart Order Routing bewertet im Rahmen unserer Best Execution Policy verschiedene Faktoren, darunter Preis, Ausführungswahrscheinlichkeit, Ausführungsgeschwindigkeit, Ordergrösse und Ordertyp. Die Orders werden über mehr als zwölf Handelsplätze geroutet, die einer monatlichen Due-Diligence-Prüfung unterliegen. Grössere Transaktionen können dabei aufgeteilt werden, um den Markteinfluss zu begrenzen.

Basierend auf Daten von CoinRoutes aus 20 zufällig ausgewählten Marktaufnahmen im September 2024 konnte eine Bitcoin-Order im Umfang von 5 Millionen US-Dollar, die über Bitcoin Suisse ausgeführt wurde, um 0,25 % günstiger ausgeführt werden als über einen einzelnen Handelsplatz. 

Eine vierteljährliche Neugewichtung entspricht einer Transaktion mit bekanntem Volumen und feststehender Frist. Damit eignet sie sich besonders für einen Scheduled Order. Ein Scheduled Order ist ein Smart-Execution-Auftrag, der bis zu einem definierten Zeitpunkt vollständig ausgeführt werden muss, jedoch auch früher abgeschlossen werden kann, da die einzelnen Teilausführungen nicht in festen Zeitabständen erfolgen.

Für ähnliche Anforderungen stehen auch TWAP-Orders (Time-Weighted Average Price) zur Verfügung, bei denen die Order in regelmässigen Intervallen aufgeteilt wird, sowie Smart Execution, bei der fortlaufend Teilausführungen über die Orderbücher verschiedener Handelsplätze platziert werden.

Die Bitcoin-Allokation auf ihrer Zielgewichtung halten

Die Entscheidung für eine Bitcoin-Allokation von 5 % wird einmal getroffen. Sie dauerhaft bei 5 % zu halten, erfordert hingegen für die gesamte Haltedauer vier Rebalancing-Termine pro Jahr. Die Modellresultate unterstellen dabei, dass jede Transaktion zum vorgesehenen Zeitpunkt ausgeführt wird. Für jede dieser Anforderungen gibt es eine praktische Lösung: einen festen Rebalancing-Rhythmus, eine zur Anlagestrategie passende Allokation, Kontostrukturen mit Handelszugang zum relevanten Stichtag sowie eine Ausführung, die auf planbare Transaktionen mit bekanntem Volumen ausgelegt ist.

Der Report geht über diese operative Betrachtung hinaus und zeigt, wie sich ein Teil einer festen Bitcoin-Allokation systematischen Anlagestrategien zuweisen lässt, ohne die Zielgewichtung des Bitcoin-Anteils im Portfolio zu verändern.

Die Modellportfolios, die Korrelationsanalysen sowie die vollständige Methodik finden Sie im Crypto Wealth Management Report 2026.

Das Titelbild ist AI-generiert.

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