Der längste Government Shutdown in der Geschichte der USA, Prediction Markets, Privacy-Coins und ein konstruktiver Ausblick auf 2026

Den Weekly Wrap gibt es auch auf Spotify und Apple Podcasts. Es ist eine Zusammenfassung mit Hilfe von KI-Stimmen (auf Englisch verfügbar).
Die Top-Schlagzeilen dieser Woche
«Der längste Government Shutdown in der Geschichte der USA.» – Mittwoch, 5. November 2025
- Am Mittwoch erreichte der anhaltende US-Government-Shutdown in seinen 36. vollen Tag und ist damit offiziell der längste in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Er übertraf damit den bisherigen Rekord aus der Amtszeit von Präsident Trump im Dezember 2018.
- Warum ist das für den Kryptomarkt relevant? Der Shutdown hat spürbare Auswirkungen auf die Marktdynamik, da er Liquidität blockiert, die sonst in das Bankensystem fliessen würde. Der Treasury General Account (TGA) liegt deutlich über dem Zielwert, und überschüssige Liquidität bleibt solange blockiert, bis die Regierung wieder geöffnet wird, ein subtiler, aber anhaltender Belastungsfaktor für die Märkte.
«Google integriert Polymarket- und Kalshi-Daten in die Google-Suchergebnisse.» – Donnerstag, 6. November 2025
- Gestern kündigte Google Finance an, dass in den kommenden Wochen Daten der beiden Prognosemärkte Polymarket und Kalshi direkt in die Google-Suchplattform integriert werden. Damit wird es möglich sein, Fragen zu zukünftigen Ereignissen zu stellen und die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten aus den Prognosemärkten angezeigt zu bekommen. Beide Plattformen sorgen weiterhin für Schlagzeilen und dringen mit rasantem Tempo in die Mainstream-Web2-Welt vor.
Ein kurzer Krypto-Überblick: Kryptomärkte erneut unter Druck – doch warum?
Für Kryptoanleger war es erneut eine schwierige Woche: Die meisten Coins verzeichneten zweistellige Verluste. Einige Ausreisser wie ZEC, ICP, FIL, XTZ und DASH konnten sich jedoch besser behaupten. Diese Projekte stammen allesamt aus früheren Zyklen und scheinen derzeit eine Art eigenen Mini-Bull-Zyklus zu durchlaufen.
Im folgenden Abschnitt möchten wir einige der möglichen Gründe für die aktuelle Marktschwäche näher beleuchten.
Folgen des Crashs vom 10. Oktober
Das jüngste Liquidationsereignis vom 10. Oktober prägt die aktuelle Marktdynamik nach wie vor mit. Nach einem derart massiven Abbau offener Positionen und dem grössten Liquidationsereignis in der Marktgeschichte ist es nachvollziehbar, dass sich die Märkte zunächst beruhigen müssen und viele Akteure ihre Exponierung reduzieren.
Erfahrungen aus früheren Liquidationsereignissen zeigen: Oft dauert es Wochen oder Monate, bis alle Konsequenzen sichtbar werden. Es ist davon auszugehen, dass einige Fonds mit Spot-Long- und Perpetual-Short-Strategien durch Auto-Deleveraging (ADL) auf dezentralen Derivatebörsen betroffen waren und nun ihre Long-Positionen auflösen, um wieder in eine neutrale Marktpositionierung zu gelangen. Dieser Prozess dürfte noch nicht abgeschlossen sein und weitere negative Meldungen könnten folgen.
ETF-Zuflüsse und DAT-Akkumulation kommen zum Erliegen
Neben der vorsichtigen Positionierung Krypto-nativer Investoren sind auch die Zuflüsse in Bitcoin- und Ethereum-Spot-ETFs nach dem 10. Oktober abrupt zurückgegangen. Die Daten zeigen, dass die institutionelle Nachfrage praktisch verschwand – während bis zum 9. Oktober noch substanzielle Zuflüsse verzeichnet wurden, war der restliche Monat durch teils erhebliche Nettoabflüsse geprägt.
Bitcoin und Ethereum weisen eine hohe Korrelation zu ETF-Flows auf. Auch wenn sich dies in Zeiten von Abflüssen negativ auswirkt, bedeutet es zugleich, dass bei einer Wiederaufnahme der Zuflüsse mit einer Erholung gerechnet werden kann.
Langfristige Bitcoin-Hodler realisieren weiterhin Gewinne
Langfristige BTC-Halter befinden sich seit Juli in einer Phase der Gewinnmitnahme. Frühere Wellen (Dezember 2023, Oktober 2024) dauerten jeweils rund vier Monate, sodass ein baldiges Ende der aktuellen Distributionsphase wahrscheinlich erscheint. Sobald das Angebot aus langfristigem Besitz wieder steigt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Preiserholung signifikant.
US-Government-Shutdown ohne Einigung
Wie bereits erwähnt, befindet sich die US-Regierung seit dem 1. Oktober 2025 im Shutdown. Dieser hat erhebliche Auswirkungen auf die Marktdynamik, da er verhindert, dass dringend benötigte Liquidität in das Bankensystem zurückfliesst.
Auch wenn die oben genannten Punkte mögliche Gründe für den aktuellen Abwärtstrend darstellen, sind sie mit grosser Wahrscheinlichkeit nur vorübergehender Natur. Sobald diese Faktoren bereinigt sind, bleibt der Ausblick bis weit ins Jahr 2026 hinein konstruktiv. Im letzten Kapitel dieses Newsletters werden wir darauf zurückkommen und einen Ausblick auf die kommenden Monate geben.
Chart der Woche: Prediction Markets
Wir haben es in diesem Newsletter bereits mehrfach erwähnt, und die jüngsten Nachrichten von Google haben es erneut unmissverständlich gezeigt: Prediction Markets stehen kurz davor, im Mainstream anzukommen. Polymarket und Kalshi sorgten mit ihren Finanzierungsrunden für regelmässige Schlagzeilen, während Robinhood mit Prediction Markets im dritten Quartal ein Handelsvolumen von 2,3 Milliarden US-Dollar und im Oktober ein Volumen von 2,5 Milliarden US-Dollar im Bereich Prediction Markets verzeichnete, was einem jährlichen Umsatzsteigerung von rund 300 Millionen US-Dollar entspricht.
Auch Coinbase wird voraussichtlich noch vor Jahresende einen eigenen Prediction Markets lancieren, und die Zahlen von Polymarket und Kalshi steigen nach wie vor steil an. Das wöchentliche Handelsvolumen auf Prediction Markets erreichte in der vergangenen Woche zum 13. Mal in Folge ein neues Allzeithoch und überstieg 2,2 Milliarden US-Dollar, deutlich mehr als das bisherige Rekordniveau aus dem November letzten Jahres während der US-Wahlen.

Was passiert On-Chain? MegaETH-Allokationen, Monad-TGE und Privacy-Coins
Nach dem Public Sale auf Sonar in der vergangenen Woche gab MegaETH gestern die finalen Allokationen für alle Teilnehmer bekannt und erstattete rund 1,3 Milliarden US-Dollar an jene Investoren zurück, die während des Public Sales keine Zuteilung erhalten hatten. Die Mehrheit der Nutzer (73 Prozent) erhielt die Mindestzuteilung von 2’650 US-Dollar in MEGA-Token, während 1,7 Prozent mehr als 100’000 US-Dollar in MEGA erhielten.
Während MegaETH-Investoren nun wissen, wie viele Token sie erhalten haben, die Mindestzuteilung ist aktuell fast 11’000 US-Dollar wert, was einem 4x-Anstieg entspricht, kündigte Monad den Token Generation Event (TGE) für den 24. November an. Auf Polymarket läuft derzeit eine Wette, bei der spekuliert wird, wie hoch die Fully Diluted Valuation (FDV) von Monad einen Tag nach dem Start liegen wird. Die Mehrheit der Nutzer erwartet einen Launch über 4 Milliarden US-Dollar, während die Wahrscheinlichkeit für eine FDV über 5 Milliarden US-Dollar bei 43 Prozent liegt.
Wie Ihnen sicherlich aufgefallen ist, befinden sich Zcash und andere Privacy-Coins derzeit in einem eigenen kleinen Bullenmarkt. ZEC legte im November über 50 Prozent zu und seit Anfang Oktober fast 730 Prozent. DASH stieg in den letzten sieben Tagen um 140 Prozent, gefolgt von weiteren Privacy-Projekten wie Decred und Secret, die diesen Monat beide ebenfalls bereits über 100 Prozent zulegen konnten. Die gesamte Marktkapitalisierung der Privacy-Coins liegt aktuell bei 28,2 Milliarden US-Dollar, wobei Zcash und Monero zusammen mehr als die Hälfte ausmachen.
Kapitalflüsse bei digitalen Anlageprodukten: Die Abflüsse halten an
In der vergangenen Woche verzeichneten digitale Anlageprodukte Nettoabflüsse von insgesamt 360 Millionen US-Dollar. Auffallend war, dass fast ausschliesslich Bitcoin betroffen war, mit Abflüssen von rund 950 Millionen US-Dollar, hauptsächlich getrieben durch die in den USA gelisteten Spot-ETFs. Solana hingegen beendete die erste Woche nach dem Start der SOL-Spot-ETFs mit starken Zuflüssen von 421 Millionen US-Dollar, gefolgt von Ethereum mit knapp 60 Millionen und XRP mit 43 Millionen US-Dollar an Nettozuflüssen.
Auch in dieser Woche begannen die Bitcoin-Spot-ETFs erneut mit hohen Abflüssen: Zwischen Montag und Mittwoch flossen fast 900 Millionen US-Dollar ab. Gestern war dann der erste Tag mit Nettozuflüssen, als rund 240 Millionen US-Dollar in die Produkte flossen. Ethereum folgte seinem «grossen Bruder» eng und verzeichnete bislang rund 450 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen. Solana hingegen konnte bisher Zuflüsse von 120 Millionen US-Dollar verbuchen.
Wie bereits zuvor erwähnt, besteht eine enge Korrelation zwischen den ETF-Flüssen und der Kursentwicklung. Es lohnt sich daher, diese Daten im Auge zu behalten, da ein Nachlassen der Verkäufe aus den Spot-ETFs ein mögliches Trendwendesignal für den gesamten Kryptomarkt darstellen könnte.
In anderen Nachrichten kaufte Strategy letzte Woche 397 BTC im Wert von rund 46 Millionen US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 114’771 US-Dollar. Damit gelang es Michael Saylor einmal mehr, den Markt auf einem Hoch zu kaufen: Bitcoin notierte nur für kurze Zeit über diesem durchschnittlichen Kaufpreis.
Der «Michael Saylor von Ethereum», Tom Lee, und Bitmine erhöhten in der vergangenen Woche ihre ETH-Bestände ebenfalls um 82’300 Ether und halten nun insgesamt fast 3,4 Millionen ETH.
Marktstimmung: Extreme Angst an allen Märkten
Sowohl der Fear-&-Greed-Index für den Kryptomarkt als auch jener für den Aktienmarkt befinden sich mit einem Wert von 24 im Bereich «extreme Angst», dem tiefsten Stand seit April dieses Jahres, als Trumps Zollankündigungen die Märkte erschütterten. Unter den Mitgliedern der AAII zeigt sich nach der zuletzt optimistischen Stimmung ebenfalls eine Abkühlung: 38 Prozent sind derzeit bullish, während 36 Prozent bearish auf die Entwicklung des Aktienmarktes in den kommenden sechs Monaten blicken. Angesichts der aktuellen Kursentwicklung dürfte sich diese Tendenz nächste Woche weiter zugunsten der Bären verschieben, da Privatanleger in ihrer Einschätzung häufig stark von kurzfristigen Kursbewegungen beeinflusst werden.
In der untenstehenden Grafik ist ein stetiger Abwärtstrend der Marktstimmung im Kryptobereich seit dem Sommer erkennbar, nachdem die Stimmung zuvor über längere Zeit im «Greed»-Bereich stagnierte. Das Sentiment hat den Kursbewegungen eng gefolgt, und da impulsive Aufwärtsbewegungen zuletzt ausblieben, spiegelt sich diese Zurückhaltung auch deutlich im Sentiment-Index wider.
Auch wenn die aktuelle Lage alles andere als positiv wirkt, kann der extreme Angstwert durchaus als Hinweis auf eine mögliche Bodenbildung in den kommenden Tagen oder Wochen interpretiert werden.

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Der Tether-Bestätigungsbericht für das dritte Quartal 2025 weist einen Jahresgewinn von über 10 Milliarden US-Dollar aus und bestätigt eine Rekordexponierung von 135 Milliarden US-Dollar in US-Staatsanleihen, womit Tether weltweit zum 17.-grössten Halter zählt. – Link
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Laut CNBC hat das Digital-Asset-Infrastrukturunternehmen Ripple eine Finanzierungsrunde über 500 Millionen US-Dollar abgeschlossen und erreicht damit eine Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar. – Link
Ein Ausblick: Extreme Angst, Unsicherheit – aber ein konstruktiver Ausblick für 2026
Mit Blick auf die letzten beiden Monate des Jahres 2025 und den Beginn von 2026 bleibt festzuhalten, dass ein Grossteil der aktuellen Unsicherheit wahrscheinlich nur vorübergehende Probleme darstellt und der Ausblick für 2026 insgesamt positiv ist. Die Kryptoindustrie hat den Beginn einer institutionellen Integration erlebt, die sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln dürfte. Gleichzeitig steht die US-Notenbank kurz davor, 2026 möglicherweise eine deutlich dovishere Haltung einzunehmen, da Präsident Trump im Frühling die Nachfolge von Fed-Chef Powell bestimmen kann. Die Bilanzreduktion der Fed nähert sich ihrem Ende, die Liquiditätsbedingungen dürften sich verbessern, und angesichts der anstehenden Zwischenwahlen im November 2026 ist es schwer vorstellbar, dass der US-Aktienmarkt in der Zwischenzeit grössere Rückschläge erleidet.
Kurzfristig könnte das Ende des Government Shutdowns in den USA als positiver Katalysator sowohl für den Aktienmarkt als auch für den Kryptomarkt wirken, da dadurch wieder Liquidität in das Bankensystem fliessen und die Fed aus ihrem derzeitigen Blindflug entlastet würde. Ein weiterer wichtiger Termin ist die FOMC-Sitzung im Dezember, da unter Marktteilnehmern derzeit erhebliche Unsicherheit über den Entscheid im letzten Sitzungstermin des Jahres besteht. Polymarket bewertet die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung aktuell mit 72 Cents pro Anteilsschein, während das CME FedWatch Tool die Wahrscheinlichkeit bei 65 Prozent sieht, mit einer 35-prozentigen Chance, dass die Zinsen unverändert bleiben.
Nachfolgend finden Sie einige der wichtigsten Datenveröffentlichungen, auf die Sie nächste Woche achten sollten.
Mittwoch, 12. November 2025
Japan – Produzentenpreisindex (PPI)
Donnerstag, 13. November 2025
Grossbritannien – Bruttoinlandprodukt (BIP)
Schweiz – Produzentenpreisindex (PPI)
USA – Verbraucherpreisindex (CPI), Kern-CPI
China – Detailhandelsumsätze, Arbeitslosenquote
Freitag, 14. November 2025
Eurozone – Bruttoinlandprodukt (BIP), Beschäftigungsdaten


