Ein Durchbruch, der die Ausgangslage verändert
Im Dezember 2024 veröffentlichte Google im Fachjournal Nature eine Arbeit über seinen Willow-Quantenchip, die in der globalen Technologiegemeinschaft für Aufsehen sorgte. Der Befund war bedeutsam: Erstmals zeigten Forscher, dass das Hochskalieren physischer Qubits die Zuverlässigkeit eines logischen Qubits tatsächlich verbessert, statt sie zu verschlechtern. Die strategischen Implikationen sind grundlegend: Sie markieren den Übergang vom Zeitalter fehleranfälliger Quantenhardware hin zu Maschinen, die ihre eigenen Fehler in grossem Massstab korrigieren können.
Klassische Kryptographie schützt sensible Daten, etwa den Zugang zu Bankkonten, Kommunikation oder digitalen Vermögenswerten, indem sie sich auf mathematische Probleme stützt, die mit herkömmlicher Hardware nicht lösbar sind. Quantencomputer ermöglichen neue Algorithmen, die eben diese Probleme auf fundamental andere Weise angreifen. Was heute sicher ist, muss es morgen nicht mehr sein.
Nach Willow und weiteren Durchbrüchen in der Qubit-Technologie und Fehlerkorrektur haben sich die Roadmaps der grossen Branchenakteure angenähert: Quantencomputer, die zuverlässig mit einigen Hundert logischen Qubits operieren können, sind bis 2030 angepeilt.
Diese Schwelle allein würde noch nicht ausreichen, um die Kryptographie zu knacken, die heutigen sicheren Kommunikations- und Authentifizierungssystemen zugrunde liegt. Aber sie würde den Weg zu einem kryptographisch relevanten Quantencomputer (kurz CRQC) klar sichtbar machen. Für Organisationen, die mit digitalen Assets zu tun haben, ist die Zeit für Vorbereitungen gekommen. Es gilt zu handeln, lange bevor CRQC-Schlagzeilen die Handlungen erzwingen.





