Im Rückblick auf das herausfordernde Jahr 2023 steht der europäische Kryptomarkt im Jahr 2024 vor Wachstum, angetrieben durch das wegweisende Regelwerk Markets in Crypto Asset Regulation (MiCA), das im Juni 2023 erlassen wurde. Dieser regulatorische Meilenstein hat die Europäische Union als eine der weltweit am besten geeigneten Umgebungen für Kryptounternehmen positioniert. Insbesondere haben führende in den USA ansässige Unternehmen wie Coinbase, Robinhood, Gemini und Circle Expansionen nach Europa angekündigt, um die Unsicherheiten der US-Regulierung zu umgehen. Im Jahr 2023 bevorzugten europäische Trader überwiegend BTC, mit über EUR 37 Mia. an Trades im Vergleich zu EUR 15 Mia. für ETH und EUR 9,5 Mia. für XRP. Die Top 10 gehandelten Vermögenswerte in Europa spiegelten eng die globalen und US-amerikanischen Trends in der Handelsaktivität wider.
Tradfi-Märkte
Die TradFi-Märkte setzten ihre allgemein positive Performance in dieser Woche fort. Der S&P500 Index verzeichnete am Donnerstag einen bemerkenswerten, fünftägigen Gewinnstreak. Trotz Rückgang der Tesla-Aktien um 12%, was auf den Nasdaq Composite drückte, wurde der Gesamtmarkt von robusten, wirtschaftlichen Indikatoren unterstützt. Insbesondere spielten Technologieaktien eine entscheidende Rolle dabei, den Markt nach oben zu treiben, da die Erwartungen auf die bevorstehenden Quartalsberichte grosser Technologieunternehmen in der nächsten Woche stiegen. Investoren verfolgen aufmerksam die Performance von Tech- oder Tech-bezogenen Mega-Caps wie Apple, Amazon, Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, Meta Platforms, der Muttergesellschaft von Facebook und Microsoft, da ihre Ergebnisse voraussichtlich einen erheblichen Einfluss auf die allgemeine Marktrichtung haben werden.
Im vierten Quartal des vergangenen Jahres verzeichnete die US-Wirtschaft, wie gestern berichtet, robustes Wachstum und übertraf die Erwartungen mit einem quartalsweisen BIP-Anstieg von 3,3%, verglichen zu den erwarteten 2,0%. Dies dürfte zu einer Abwärtsanpassung der Markterwartungen an Zinssenkungen in den USA führen. Trotz anfänglicher Prognosen für eine Reduzierung der Zinsen um 50 Basispunkte bis Juni durch die Federal Reserve deuten jüngste Datenveröffentlichungen darauf hin, dass eine derart deutliche Senkung möglicherweise nicht gerechtfertigt ist. Der anhaltende Trend abnehmender Erwartungen an Zinssenkungen, ein herausragendes Thema in diesem Jahr, dürfte in den kommenden Wochen fortbestehen.
Im Gegensatz dazu entschied gestern die Europäische Zentralbank, ihre bestehenden Zinssätze beizubehalten, ohne Anzeichen für eine mögliche Senkung. Betonend, dass sie sich der Bekämpfung von Inflation verpflichtet fühlt, verkündete die EZB ihre Entscheidung, den Leitzins für eine längere Zeit bei 4% zu belassen. In einer anschliessenden Pressekonferenz betonte die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, die Notwendigkeit, dass die Entscheidungsträger grösseres Vertrauen in das nachlassende Inflationsdruckniveau gewinnen müssen, bevor über Zinssenkungen nachgedacht wird. Nach dieser Ankündigung wertete der Euro gegenüber verschiedenen Währungen ab, während europäische Aktien sich von Verlusten erholten und in den positiven Bereich übergingen.