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Bitcoin ist so stark überverkauft wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr – das zeigen die On-Chain-Daten

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Bitcoin Suisse
13 Juli 20265 Min

Bitcoins On-Chain-Indikatoren befinden sich auf Niveaus, die seit Bestehen des Netzwerks nur selten erreicht wurden. Der Ausverkauf im Februar 2026 gehört statistisch zu den stärksten Drawdowns der bisherigen Bitcoin-Historie. Die Kursentwicklung danach hat den Druck auf die Halterbasis weiter verstärkt. Gleichzeitig beginnen mehrere technische Indikatoren vom Preis abzuweichen – ein Muster, das in der Vergangenheit häufig auf eine veränderte Risiko-Rendite-Konstellation hingedeutet hat.

Ausgehend von der On-Chain-Analyse unseres Research-Teams vom Juli 2026 Industry Rollup ordnet dieser Artikel die aktuelle Lage in zwei Teilen ein: die Kostbasis-Niveaus, die derzeit Widerstand und Unterstützung definieren, sowie die Momentum-Divergenz, die erklärt, weshalb die Schärfe des Resets die Bandbreite plausibler Abwärtsszenarien möglicherweise verengt.

Wie extrem ist Bitcoins aktueller Drawdown?

Die Kapitulation im Februar 2026 führte zu einem Preisrückgang von rund fünf Standardabweichungen – ein Ereignis, das in der aufgezeichneten Bitcoin-Historie bislang nur 13 Mal beobachtet wurde. Auch der wöchentliche Relative Strength Index (RSI) fiel auf Niveaus, die sonst nur mit früheren zyklischen Tiefpunkten vergleichbar sind. Damit zählen die aktuellen Bedingungen zu den statistisch extremsten Phasen, die Bitcoin bisher erlebt hat.

Nach einer teilweisen Erholung im April brachte erneuter Verkaufsdruck Ende Mai und im Juni BTC zurück in Richtung der Unterstützungszone bei USD 60’000 – und schliesslich darunter. Seither hat der Preis neue zyklische Tiefs nahe USD 58’000 markiert. Trotz tieferer Kurse liegen die technischen Marktbedingungen jedoch weiterhin über den Extremwerten vom Februar. Diese Dynamik ist wichtig, weil sie darauf hindeutet, dass das verbleibende Abwärtsrisiko stärker komprimiert sein könnte.

Auf Tagesbasis erreichten die Relative-Strength-Werte sowohl während der Kapitulation im Februar als auch beim erneuten Test der Unterstützung Anfang Juni Niveaus, die mit dem COVID-Crash vom März 2020 vergleichbar sind. Noch tiefere Werte wurden nur im Bärenmarkt 2018 gemessen, als der Preis um rund 85% von etwa USD 20’000 auf USD 3’000 fiel. Die aktuellen Tageswerte sind historisch weiterhin schwach, aber weniger extrem als während der früheren Kapitulationsphasen im ersten Quartal.

Statistische Seltenheit allein bestimmt jedoch nicht den weiteren Verlauf. Entscheidend ist auch, wo gebundenes Kapital liegt – und bei welchen Preisen Halter wieder ihren Break-even erreichen. Denn genau das bestimmt, welche Angebotszonen eine Erholung absorbieren müsste.

Wo liegen Bitcoins wichtigste Kostbasis-Niveaus?

Bitcoin handelt derzeit unter dem durchschnittlichen Einstiegspreis, also der Kostbasis, mehrerer zentraler Käufergruppen. Der Realized Price kurzfristiger Halter, der True Market Mean und die aggregierte ETF-Kostbasis liegen alle über dem Spotpreis. Diese Niveaus konzentrieren sich ungefähr zwischen USD 71’000 und USD 83’000 und verwandeln frühere Unterstützung in Widerstand von oben.

Der Realized Price kurzfristiger Halter spiegelt die Kostbasis jener Käufer wider, die ihre Positionen innerhalb der letzten rund 155 Tage aufgebaut haben. Der True Market Mean misst eine aggregierte, gemischte Kostbasis über den breiteren Markt hinweg. Die aggregierte ETF-Kostbasis nahe USD 83’000 erfasst den durchschnittlichen Einstiegspreis aller US-Spot-ETF-Halter und bildet institutionelle Kapitalflüsse derzeit besonders klar ab.

Die Analyse unseres Research-Teams identifiziert die ETF-Kostbasis als das strukturell wichtigste Niveau im aktuellen Umfeld. Als BTC sich zuletzt von unten der Marke von USD 83’000 näherte, kam es zu De-Risking: Institutionelle Halter reduzierten ihr Exposure, nachdem sie ihre Verluste aufgeholt hatten. Der Break-even wurde damit zu einem verhaltensbezogenen Verkaufsauslöser – nicht zu einem Sprungbrett für weitere Aufwärtsbewegung.

Dieser Mechanismus der Kostbasis als Widerstand gilt für alle drei Kohorten. Er erklärt, weshalb die Zone zwischen USD 71’000 und USD 83’000 als Supply Wall funktioniert, die jede Rally absorbieren muss, um nachhaltig zu werden.

Der jüngste Bruch unter den gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt liefert zusätzlichen Kontext. Historisch verbrachte BTC nur relativ wenig Zeit unter diesem Niveau, auch wenn der Zyklus 2022 gezeigt hat, dass der Preis länger darunter verharren kann, als frühere Zyklen vermuten liessen.

Diese Niveaus definieren die Widerstandszone. Wie tiefgreifend das Problem ist, hängt jedoch davon ab, wie viel Kapital tatsächlich dahinter gebunden ist.

Was bedeutet es, wenn mehr als die Hälfte des Bitcoin-Angebots im Verlust liegt?

Derzeit liegt mehr als 50% des BTC-Angebots im Verlust. Bei langfristigen Haltern sind die Verluste auf rund 5,6 Millionen BTC gestiegen – den höchsten Stand seit dem COVID-Crash im März 2020. Diese Zahlen zeigen, wie stark der Druck inzwischen über die gesamte Halterbasis hinweg geworden ist.

Für das mittelfristige Aufwärtspotenzial ist diese Konstellation konstruktiv. Sie sollte jedoch nicht als eindeutiges Bodensignal verstanden werden. Die Unterscheidung ist wichtig: Wenn ein grosser Teil des Angebots im Verlust liegt, entsteht potenzieller Verkaufsdruck von Haltern, die bei Erreichen ihres Break-even aussteigen möchten. Genau daraus ergibt sich der oben beschriebene Widerstand von oben. Auch starke Hände, die im Verlust halten, können wieder zu Angebot werden, sobald der Preis zu ihrer Kostbasis zurückkehrt – derselbe verhaltensbezogene Mechanismus, der auch bei ETF-Haltern zu beobachten war.

Der Realized Price bei USD 53’000, also Bitcoins aggregierte On-Chain-Kostbasis, bildet in diesem Rahmen einen strukturellen Boden. Eine tiefere Bewegung in Richtung dieses Niveaus würde pessimistische Narrative wahrscheinlich verstärken.

Historisch fielen solche Zonen jedoch häufig mit Verkäufererschöpfung und deutlich verbesserten langfristigen Einstiegsbedingungen zusammen. Als aggregierte Kostbasis des Marktes fungierte der Realized Price oft als Niveau, an dem die verbleibenden Verkäufer zunehmend ausgeschöpft waren und neue Nachfrage begann, das verfügbare Angebot aufzunehmen.

Bei einem derart grossen Anteil des Marktes im Verlust wäre eigentlich zu erwarten, dass sich das technische Bild parallel zum Preis weiter verschlechtert. Das ist jedoch nicht geschehen.

Warum zeigt Bitcoin trotz überverkaufter Niveaus eine positive Momentum-Divergenz?

Obwohl Bitcoin Ende Juni neue zyklische Tiefs nahe USD 58’000 erreichte, liegen die technischen Marktbedingungen weiterhin über den Extremwerten vom Februar. Diese positive Momentum-Divergenz – ein tieferer Preis bei gleichzeitig höherem RSI – ging historisch häufig nachhaltigen Erholungen voraus. Frühere Zyklen zeigen jedoch auch, dass solche Erholungen in der Regel Zeit und neue Katalysatoren benötigen, bevor sich ein stabiler Aufwärtstrend entwickeln kann.

Die Entwicklung über drei aufeinanderfolgende Stresspunkte hinweg verdeutlicht dieses Muster: Die Kapitulation im Februar führte zur stärksten Verschlechterung des Momentums. Der erneute Test Anfang Juni brachte erneut deutlich überverkaufte Bedingungen, jedoch mit geringerer Intensität. Und der Rückgang auf neue Tiefs Ende Juni erfolgte trotz schwächerer Preise mit nochmals weniger Momentum-Schaden. Jede weitere Abwärtsbewegung zeigte damit nachlassenden Druck.

Gleichzeitig bleibt die Beteiligung von Privatanlegern stark auf Gold und KI-bezogene Themen konzentriert. Die Kombination aus gedrückter Stimmung, umfassendem Deleveraging und anhaltend schwachen Momentum-Bedingungen deutet darauf hin, dass das Abwärtsrisiko im Verhältnis zum mittelfristigen Aufwärtspotenzial zunehmend komprimiert ist.

Die statistischen Extreme, die strukturelle Kostbasis-Landschaft und die Momentum-Divergenz weisen damit alle in dieselbe Richtung.

Was bedeutet das für Bitcoins Risiko-Rendite-Profil?

Die statistischen und strukturellen Signale führen zum selben Schluss: Mit zunehmender Überverkauftheit nähert sich BTC einer attraktiveren Risiko-Rendite-Zone. Die Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendumkehr sind jedoch noch nicht vollständig erfüllt.

Die statistische Seltenheit des Fünf-Sigma-Drawdowns im Februar, die positive Momentum-Divergenz über mehrere aufeinanderfolgende Tiefs hinweg und der hohe Anteil des Angebots im Verlust deuten alle auf ein zunehmend komprimiertes Abwärtsrisiko hin.

Gleichzeitig bilden die Kostbasis-Niveaus zwischen USD 71’000 und USD 83’000 eine Supply Wall aus gebundenem Kapital, die jede Rally absorbieren muss, bevor sich der breitere Trend verändern kann. Solange diese Zone nicht zurückerobert wird, betrachtet unser Research-Team Erholungen eher als taktisch denn als strukturell.

Die vollständige Analyse – einschliesslich zusätzlicher On-Chain-Grafiken, des makroökonomischen Kontexts hinter der Entwicklung verschiedener Anlageklassen sowie der Umsatzdaten, die unser Team über verschiedene Protokolle hinweg verfolgt – finden Sie im July 2026 Industry Rollup.

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