Der Coldcard-Firmware-Exploit ist eines der grössten Versagen der Hardware-Wallet-Sicherheit in der Geschichte der Kryptowährungen und ein Wendepunkt dafür, wie die Branche über Krypto-Wallet-Sicherheit, Selbstverwahrung von Bitcoins und die Argumente für institutionelle Krypto-Verwahrung denkt.
Am 30. Juli 2026 wurden rund 594 Bitcoin, etwa 38 Millionen US-Dollar, in weniger als 30 Minuten aus rund 500 inaktiven Wallets entwendet. Dafür brauchte es weder eine Phishing-E-Mail noch physischen Zugriff auf ein Gerät. Es war überhaupt keine Interaktion der Nutzer erforderlich. Der Angreifer rekonstruierte die privaten Schlüssel aus der Ferne, indem er einen Fehler in der Coldcard-Firmware ausnutzte, der seit März 2021 bestand. Weitere Angriffswellen haben die bestätigten Verluste auf 1'596 BTC aus mehr als 7'300 Wallets steigen lassen. Die vermuteten Verluste belaufen sich laut Galaxy Research auf rund 2'055 BTC, etwa 130 Millionen US-Dollar, verteilt auf über 7'700 Adressen. Anfang August 2026 dauern die Angriffe an und die Endsumme dürfte weiter steigen.
Ursache war ein Fehler in der Art und Weise, wie bestimmte Coldcard-Modelle Wallet-Seeds erzeugten. Betroffene Firmware-Versionen auf den Geräten Mk3, Mk4, Mk5 und Q hatten Seed-Phrasen mit einem softwarebasierten Pseudozufallszahlengenerator statt mit dem echten Hardware-Zufallszahlengenerator erstellt. Damit sank deren Zufälligkeit auf ein Niveau, das sich mit vertretbarem Rechenaufwand per Brute Force ermitteln liess. Sämtliche geleerten Wallets waren Single-Signature-Wallets, viele davon seit Jahren inaktiv, und die darin gehaltenen Coins stammten aus dem gesamten Zeitraum, in dem der Fehler aktiv war.
Zur Klarstellung: Dies ist kein Fehler in Bitcoin. Die kryptografischen Grundlagen des Bitcoin-Netzwerks sind weiterhin sicher und funktionieren wie vorgesehen. Es handelte sich um einen Implementierungsfehler in der Firmware eines bestimmten Hardware-Wallet-Produkts.





