US-Bundesstaat Texas kauft Bitcoin, ETF-Verkauf verlangsamt sich und Zinssenkung steht wieder im Raum

Den Weekly Wrap gibt es auch auf Spotify und Apple Podcasts. Es ist eine Zusammenfassung mit Hilfe von KI-Stimmen (auf Englisch verfügbar).
Die Top-Schlagzeilen dieser Woche
«Der Präsident der New York Fed, Williams, sieht kurzfristigen Spielraum für eine Zinssenkung und die Wahrscheinlichkeit für einen Cut sprang sofort auf über 80 Prozent.» – Freitag, 21. November 2025
-
Sie erinnern sich vielleicht daran, dass wir in unserem letzten Weekly Wrap über den Einbruch der Zinssenkungswahrscheinlichkeit für die Dezember-Sitzung gesprochen haben, als die Odds innerhalb weniger Stunden auf 30 Prozent fielen. Genau in dem Moment, als wir den Newsletter verschickt hatten, veröffentlichte John Williams, Präsident der New York Fed, eine Stellungnahme, in der er kurzfristigen Spielraum für eine weitere Zinssenkung sah, da das Risiko im Jobbereich weiter gestiegen ist und die Inflation kein erhöhtes Risiko darstellt.
-
Sein Kommentar reichte aus, um die Erwartungen für die Dezembersitzung komplett zu drehen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung liegt auf Polymarket nun über 80 Prozent.
«Ehemaliger Coinbase-Berater Kevin Hassett wird zum Favoriten für den nächsten Fed-Vorsitzenden.» – Mittwoch, 25. November 2025
-
Die ganze Welt wartet darauf, dass Präsident Trump seinen Kandidaten für den nächsten Vorsitz der Federal Reserve bekannt gibt, da Jerome Powell im Frühjahr kommenden Jahres zurücktritt. Bloomberg berichtete diese Woche, dass Kevin Hassett mittlerweile als Spitzenkandidat gilt, da er Trumps Wunsch nach niedrigeren Zinsen am nächsten steht.
-
Hassett ist für uns aus der Kryptoperspektive besonders interessant, da er früher als Berater für Coinbase tätig war und bis heute Aktionär ist, mit mehr als 1 Million US-Dollar in Coinbase-Aktien.
«Der Bundesstaat Texas kaufte Bitcoin im Wert von 5 Millionen US-Dollar über BlackRocks IBIT.» – Mittwoch, 25. November 2025
- Wir erinnern uns: Texas schuf im Juni mit dem Senate Bill 21 die Texas Strategic Bitcoin Reserve, um Bitcoin als langfristige Anlageinstrument zu halten und sich gegen Inflation sowie wirtschaftliche Volatilität abzusichern. Diese Woche meldete der Bundesstaat seinen ersten tatsächlichen Bitcoin-Kauf: 5 Millionen US-Dollar in IBIT, und ist damit der erste US-Bundesstaat, der einen Bitcoin-Spot-ETF erwirbt.
Ein kurzer Krypto-Überblick: Diese Woche tendiert der Kryptomarkt wieder nach oben
Bitcoin und der breitere Kryptomarkt haben sich nach dem Tiefpunkt vom letzten Freitag, einen Tag nach den zweithöchsten Abflüssen aus den Bitcoin-Spot-ETFs überhaupt, langsam, aber stetig erholt. Das Niveau um 80’000 US-Dollar scheint zumindest vorübergehend als Boden gedient zu haben, und Bitcoin handelt zum Zeitpunkt des Schreibens wieder über 90’000 US-Dollar.
Wie im Ausblick der vergangenen Woche erwähnt, hatte sich das Chancen-Risiko-Verhältnis klar in Richtung Einstiegsmöglichkeiten verschoben, da 30-Prozent-Korrekturen in Bullenmärkten historisch häufig ausgezeichnete Einstiegsniveaus waren. Die grosse Frage bleibt jedoch, ob wir uns weiterhin in einem Bullenmarkt befinden, oder ob sich der berüchtigte Vierjahreszyklus erneut abzeichnet, inklusive eines «Complacency Bounce», bevor Bitcoin und der Kryptomarkt im nächsten Jahr weiter nach unten tendieren.
Auch wenn unser fundamentaler makroökonomischer Ausblick für 2026 konstruktiv bleibt, besteht stets die Möglichkeit eines Stimmungsumschwungs. Es ergibt daher Sinn, genau zu beobachten, wie Bitcoin reagiert, falls der Kurs in den kommenden Wochen in Richtung 100’000 US-Dollar steigt, da dieses psychologische Niveau potenziell als Umkehrpunkt dienen könnte.
Die nächste FOMC-Sitzung und der Zinsentscheid in den USA sind noch eineinhalb Wochen entfernt, doch Powell spricht bereits am Montag, hier lohnt es sich, genau hinzuhören.
Gold handelte diese Woche weitgehend seitwärts, stabilisierte sich und verzeichnete gestern Abend einen kleinen Aufwärtsimpuls knapp unter 4’200 US-Dollar. Der S&P 500 liegt über 4.5 Prozent höher als am Tiefpunkt letzten Freitag, während der US-Dollar-Index seit letztem Freitag etwas nachgegeben hat.
Die meisten Altcoins konnten sich zusammen mit Bitcoin etwas erholen, mit Ausnahme einiger Ausreisser wie ZEC mit einem Rückgang von 25 Prozent oder STRK mit einem Minus von 40 Prozent. Beide Coins hatten in den vergangenen Wochen besonders stark performt und erleben nun eine Rotation zurück in andere Projekte.
Chart der Woche: ETF-Verkäufe haben sich diese Woche verlangsamt
Wie in den letzten Ausgaben des Weekly Wrap mehrfach erwähnt, behalten wir die Käufe und Verkäufe der ETFs genau im Blick, da die ETF-Flows eng mit der Kursentwicklung korrelieren. Am vergangenen Freitag verzeichneten die Bitcoin-Spot-ETFs ihren zweithöchsten Nettoabfluss-Tag überhaupt und übertrafen die Abflüsse von vor zwei Wochen um einige Dutzend Millionen Dollar.
Diese Woche jedoch hat der Verkaufsdruck in den Spot-ETFs nachgelassen, während Bitcoin einen Boden auszubilden begann und zum Zeitpunkt des Schreibens wieder über 90’000 US-Dollar handelt. Wir werden diese Entwicklung in den kommenden Tagen und Wochen weiter aufmerksam beobachten.

Was passiert On-Chain? Fusaka Upgrade, Bitcoin Mining und Prediction Markets
Das Fusaka Upgrade wird voraussichtlich am 3. Dezember stattfinden und zielt darauf ab, die Wertabschöpfung für Ether zu erhöhen. Unter anderem wird eine Mindestgebühr eingeführt, für Layer-2-Netzwerke die ihre Daten auf Ethereum veröffentlichen. Insgesamt hat Fusaka das Potenzial, die Einnahmestruktur von Ethereum deutlich zu verändern. Momentan sprechen nur wenige darüber, doch wir erwarten, dass der Markt die positiven Effekte des Upgrades in den kommenden Wochen stärker einpreisen wird. Auch die jüngsten Entwicklungen rund um den UNI-Token scheinen unter dem Radar zu laufen: Eine Zustimmung zum Fee-Switch würde rund 16 Prozent der Handelsgebühren burnen und damit erstmals ermöglichen, dass UNI-Inhaber direkt von der Aktivität auf Uniswap profitieren.
In anderen Nachrichten meldete Reuters, dass das Bitcoin-Mining in China nach dem Verbot von 2021 wieder deutlich zugenommen hat. Ende Oktober trug China rund 14 Prozent zur globalen Hashrate bei und liegt damit weltweit auf Platz drei. Obwohl Krypto-Mining in China offiziell weiterhin verboten ist, schätzt CryptoQuant, dass derzeit bis zu 20 Prozent des globalen Bitcoin-Minings aus China betrieben werden. Weltweit wird erwartet, dass Mining-Verbote im Laufe der Zeit weiter gelockert werden.
Auch Eric Trump sorgte zuletzt im Bereich Bitcoin-Mining für Schlagzeilen. Er erklärte in einem Video auf X, dass sein Unternehmen American Bitcoin Corp. etwa 2 Prozent der weltweiten Bitcoin-Menge minen würde. Er meinte dabei wohl, dass sie 2 Prozent der täglich geminten Menge minen, also rund 9 BTC pro Tag, was dennoch beeindruckend ist.
Wie bekannt, wachsen Prediction Markets seit Jahresbeginn rasant und haben die Höchststände bei Volumen und Open Interest aus der US-Wahl 2024 deutlich übertroffen. Bloomberg berichtete diese Woche, dass Galaxy Digital mit Polymarket und Kalshi in Gesprächen steht, um Liquidität auf deren Plattformen bereitzustellen. Laut Mike Novogratz testet Galaxy derzeit in kleinem Umfang, prüft jedoch eine breitere Bereitstellung von Liquidität. Der Eintritt grosser Player wie Galaxy könnte dringend benötigte Arbitrage ermöglichen und Preisabweichungen zwischen den Plattformen reduzieren.
Kapitalflüsse bei digitalen Anlageprodukten: ETF-Verkäufe haben sich verlangsamt
In der vergangenen Woche verzeichneten digitale Anlageprodukte Nettoabflüsse von fast 2 Milliarden US-Dollar. Damit beläuft sich die Summe der Nettoabflüsse der vergangenen vier Wochen auf nahezu 5 Milliarden US-Dollar, der drittgrösste Monatsabfluss seit 2018. Das muss man sich einmal vor Augen führen.
Wie so oft führte Bitcoin die Abflüsse an, mit fast 1.3 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Ethereum mit rund 600 Millionen US-Dollar. Wie bereits erwähnt, wirken die Flows in dieser Woche deutlich konstruktiver, da die grossen Abflüsse nun hinter uns zu liegen scheinen und ETF-Teilnehmer wieder ausgeglichener zwischen Kauf- und Verkaufsaktivität agieren.
Letzte Woche veröffentlichte Lookonchain einen Überblick über die grössten DATs für Bitcoin, Ethereum und Solana und verglich deren Performance während der Marktkorrektur der vergangenen zwei Monate. Strategy, der älteste und bei weitem grösste DAT, lag letzte Woche immer noch fast 13 Prozent im Plus, bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von rund 75’000 US-Dollar. Ganz in Ordnung, oder?
Nun ja, bei Bitmine, der grössten Ethereum-DAT, wird es geradezu absurd. Bitmines durchschnittlicher Kaufpreis liegt bei 4’000 US-Dollar pro ETH. In der vergangenen Woche lag Bitmine mehr als 30 Prozent oder 4.5 Milliarden US-Dollar im Minus und ist aktuell immer noch über 20 Prozent im Minus. Forward Industries, die grösste Solana-DAT, lag letzte Woche mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 232 US-Dollar sogar fast 45 Prozent im Minus. Und da macht man sich lustig über uns Retail-Leute?
Marktstimmung: Noch immer in «extremer Angst», aber langsam dreht sich die Stimmung
Der Crypto Fear and Greed Index befindet sich weiterhin im Bereich extremer Angst bei 25, zeigt aber erste Anzeichen einer Bodenbildung, somit bestätigt sich unser Bottoming-Call der letzten Woche bisher. Auch im Aktienmarkt verbessert sich die Stimmung leicht, obwohl es so aussieht, als könnte kurzfristig weiterer Druck nach unten folgen.
Die untenstehende Grafik zeigt die Google-Trends-Daten für den Begriff «Crypto». Spannend ist, dass das generelle Interesse im August dieses Jahres ein Mehrjahreshoch erreicht hat, angetrieben vom DAT-Hype, allerdings ohne das Niveau von Mai 2021 zu übertreffen, als Elon Musk Dogecoin auf Saturday Night Live und auf seinen Social-Media-Kanälen massiv gepusht hat.
Die Google-Trends-Daten spiegeln die Kursentwicklung der meisten Kryptoassets sehr gut wider: Viele Coins haben sich gegenüber ihren Tiefs aus 2022 deutlich erholt, aber nur wenige konnten neue Allzeithochs erreichen. Ob die Suchanfragen jetzt weiter absinken und ein neues Mehrjahrestief markieren oder erneut drehen und die Hochs anvisieren, bleibt abzuwarten.

Weitere relevante Nachrichten
-
Klarna hat den Start seines Stablecoins KlarnaUSD angekündigt, der grenzüberschreitende Zahlungskosten senken soll. Der Stablecoin läuft auf der proprietären Blockchain von Stripe. – Link
-
Polymarket gab bekannt, dass die CFTC eine geänderte Zulassung erteilt hat, die es dem Unternehmen erlaubt, als voll regulierte, intermediierte Handelsplattform in den USA zu operieren. – Link
-
Robinhood startet eine neue Derivatebörse, um das Prediction-Markets-Geschäft auszubauen. – Link
-
Tether wird zum weltweit grössten privaten Goldbesitzer, übertroffen nur noch von Zentralbanken. – Link
-
Grayscale hat bei der SEC einen Antrag eingereicht, um den weltweit ersten Zcash-ETF zu lancieren. – Link
Ein Ausblick: Wo stehen wir im Zyklus?
Wir würden alle gerne die Zukunft sehen, doch alles, was wir tun können, ist, die Gegenwart mit der Vergangenheit zu vergleichen. In puncto Marktsentiment erinnern die letzten Wochen stark an die Tiefen des Bärenmarktes 2022, da viele Anleger jede Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung verloren haben. Heisst das, dass eine Rally ausgeschlossen ist? Wenn sich die Geschichte wiederholt und der Vierjahreszyklus erneut hält, wären die Chancen gering. Aber was, wenn die Struktur diesmal eine andere ist?
Die Marktstruktur hat sich spürbar verändert. Historisch war das letzte Jahr eines Bullenmarktes immer das stärkste, doch 2025 war das Gegenteil: Die meisten Kryptoassets liegen year-to-date im Minus. Die Aufwärtsbewegungen fielen weniger explosiv aus und die Gesamtmarktkapitalisierung sah bereits zweimal Korrekturen von rund 40 Prozent, bevor der jüngste Abwärtstrend einsetzte.
Blicken wir in die Vergangenheit, könnte die aktuelle Situation der Konsolidierung im Juli 2021 ähneln, als der Markt noch ein halbes Jahr weiterstieg und neue Hochs machte. Genauso könnte es wie im Januar 2022 sein, als eine kurze Erholung folgte, der jedoch die Stärke fehlte, bevor der Markt ein Jahr lang deutlich tiefer gehandelt wurde. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass wir uns in einem völlig neuen Regime befinden, das wir so noch nicht erlebt haben.
Berücksichtigt man den S&P 500, der aktuell rund 12 Prozent über den Februarhochständen vor dem Zollkriegeinbruch liegt, erinnert die Lage eher an den Beginn von 2021. Gleichzeitig ist die Zinssituation heute eine völlig andere: Während die Fed Anfang 2022 den Straffungszyklus gestartet hat, stehen wir nun am Ende von QT und auf einem Pfad weiter sinkender Zinsen im kommenden Jahr.
Wir befinden uns an einem spannenden Punkt des Zyklus. Es ist wichtig, unterschiedliche Szenarien im Blick zu behalten, auf Nachrichten und Preisaktionen flexibel zu reagieren und sich bewusst zu sein, dass die gesamte Digital-Asset-Industrie weiterhin wächst und langfristig Potenzial bietet.
Nachfolgend finden Sie einige der wichtigsten Datenveröffentlichungen, auf die Sie nächste Woche achten sollten.
Montag, 1. Dezember 2025
USA – Rede von Fed-Chair Powell
USA – ISM-Preise im verarbeitenden Gewerbe
Dienstag, 2. Dezember 2025
Eurozone – Verbraucherpreisindex (CPI), Kern-CPI
USA – JOLTS-Stellenangebote
Mittwoch, 3. Dezember 2025
Schweiz – Verbraucherpreisindex (CPI)
Donnerstag, 4. Dezember 2025
Schweiz – Arbeitslosenquote
USA – Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung
Freitag, 5. Dezember 2025
USA – Kern-PCE-Preisindex, PCE-Preisindex
Eurozone – Bruttoinlandsprodukt
Eurozone – Veränderung der Beschäftigung


