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Der Weekly Wrap: Hohe ETF-Zuflüsse, Strategy kaufte seit Jahresbeginn 87.5 Prozent der jährlichen Bitcoin-Ausgabe & DeFi-Abflüsse infolge des KelpDAO-Hacks

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Luca Gnos
24 Apr. 20267 Min

Die Top-Schlagzeilen dieser Woche

Den Weekly Wrap gibt es auch auf Spotify und Apple Podcasts. Es ist eine Zusammenfassung mit Hilfe von KI-Stimmen (auf Englisch verfügbar). 

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Die Top-Schlagzeilen dieser Woche

«KelpDAO’s rsETH-Bridge für rund 290 Millionen US-Dollar ausgenutzt.» Samstag, 18. April 2026 

  • Am vergangenen Wochenende nutzte ein Angreifer eine Sicherheitslücke in der von LayerZero betriebenen rsETH-Bridge von KelpDAO aus.
  • Der Angreifer manipulierte die Bridge so, dass auf dem Ethereum-Mainnet rund 116'500 rsETH ohne reale Deckung geminted wurden, was zum damaligen Zeitpunkt einem Wert von rund 292 Millionen US-Dollar entsprach. Dies entspricht etwa 18 Prozent des gesamten rsETH-Umlaufangebots.
  • Der Angreifer hinterlegte diese ungedeckten rsETH umgehend als Sicherheit auf Aave und lieh sich grosse Mengen WETH aus, da die Loan-to-Value-Ratio (LTV) für rsETH mit nahezu 1:1 sehr hoch angesetzt war.
  • Exploit hinterliess bei Aave notleidende Forderungen von rund 177 bis 196 Millionen US-Dollar. Die Sicherheiten sind faktisch wertlos und können nicht gewinnbringend liquidiert werden.
  • Dies löste erhebliche Panikabzüge aus: Innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Hack wurden zwischen 6.6 und 8.45 Milliarden US-Dollar aus Aave abgezogen. Zahlreiche Liquiditätspools, insbesondere für WETH, erreichten eine Auslastung von 100 Prozent, was bedeutet, dass Einleger und Kreditgeber ihre Mittel derzeit nicht abrufen können, da die gesamte verfügbare Liquidität ausgeliehen wurde. Betroffene Nutzer müssen warten, bis Kreditnehmer ihre Positionen zurückführen oder neue Liquidität in das Protokoll fliesst.
  • Aave hat die rsETH-Märkte auf V3 und V4 eingefroren, um weiteren Schaden einzudämmen. Das Protokoll selbst wurde nicht direkt angegriffen; der Vorfall ist ausschliesslich auf den Exploit der KelpDAO-Bridge zurückzuführen.
  • Am Montag ergriff der Arbitrum Security Council Sofortmassnahmen und frierte die 30'766 ETH ein, die in der mit dem Exploit verknüpften Adresse auf Arbitrum One gehalten wurden. Dabei wurde ein technisches Vorgehen entwickelt und umgesetzt, das die Mittel in Sicherheit bringt, ohne den Chain-Zustand oder andere Arbitrum-Nutzer zu beeinträchtigen. Haseeb Qureshi, Partner bei Dragonfly, erläuterte, dass Arbitrum eine privilegierte «Type 101»-ArbOS-Transaktion einsetzte, um die ETH zwangsweise vom Angreifer zurückzuholen. Dieser Eingriff auf Systemebene umging den privaten Schlüssel des Angreifers vollständig, ohne dass eine Chain-Reorganisation erforderlich war.
  • In der Zwischenzeit tauschte der Angreifer nahezu alle verbleibenden 75'700 ETH im Wert von rund 175 Millionen US-Dollar in BTC um. Die Cross-Chain-Swaps wurden dabei hauptsächlich über THORChain abgewickelt.
  • Das Total Value Locked (TVL) von Aave sank um rund 45 Prozent; seit dem Exploit am vergangenen Samstag flossen insgesamt rund 12 Milliarden US-Dollar aus dem Protokoll ab.

Ein kurzer Krypto-Überblick

Gesamtmarktkapitalisierung steigt um 4 Prozent, Aktienmärkte auf Allzeithochs 

Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes stieg in dieser Woche um rund 4 Prozent. Trotz des gravierenden KelpDAO-Exploits am Wochenende scheinen die makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen für die Marktteilnehmenden von grösserer Bedeutung zu sein als kryptospezifische Ereignisse. Die US-Aktienmärkte bewegen sich weiterhin knapp unterhalb neuer Allzeithochs; der S&P 500 notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts oberhalb von 7'100 Punkten. 

Gold wird aktuell bei 4'677 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Allzeithoch Ende Januar entspricht. Light Crude Oil Futures bleiben auf erhöhtem Niveau und notieren bei 96 US-Dollar. 

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird Bitcoin bei 77'700 US-Dollar gehandelt, Ethereum notiert oberhalb von 2'300 US-Dollar und Solana bewegt sich um 85 US-Dollar. 

Mit Blick auf die Wochenentwicklung der grössten Kryptowerte legte Pengu im Zusammenhang mit verschiedenen Ankündigungen des Pudgy-Penguins-Teams um 13 Prozent zu, während Monero um 9 Prozent stieg, was mutmasslich auf Spekulationen zurückzuführen ist, wonach die gestohlenen Mittel zum Kauf von XMR verwendet werden dürften. 

Auf der Verliererseite verzeichneten sowohl Aave als auch LayerZero einen Rückgang von je 18 Prozent. Beide stehen in Verbindung mit dem KelpDAO-Exploit, und das Vertrauen der Anleger hat nach einem Vorfall dieses Ausmasses merklich gelitten.

Chart der Woche

Strategy kaufte in den ersten vier Monaten 87.5 Prozent der jährlichen BTC-Ausgabe 

Michael Saylors Strategy kauft Bitcoin in einem ausserordentlichen Tempo und hat seit Jahresbeginn rund 140’000 BTC erworben. Die nachstehende Grafik zeigt, dass dieses Verhalten eine Neuerung darstellt, da das Unternehmen in der Vergangenheit vorwiegend während Aufwärtstrends gekauft hat und weniger dann, wenn die Preise unter Druck standen. Strategy allein absorbiert einen erheblichen Anteil der neu über Mining ausgegebenen BTC. Bei einer jährlichen Ausgabemenge von 160’000 Bitcoin bedeutet dies, dass Strategy in den ersten vier Monaten des Jahres 87.5 Prozent der Jahresproduktion allein aufgekauft hat. Strategy ist nicht das einzige Unternehmen, das dieser Strategie folgt; die Bitcoin-Akkumulation von Unternehmen schafft insgesamt einen nachhaltigen Nachfragekanal, der in früheren Zyklen nicht vorhanden war.

Quelle: Bitcoin Suisse, Daten: Strategy, TradingView per 24. April 2026

Was passiert Onchain?

DeFi-Abflüsse infolge des KelpDAO-Exploits & Polymarket und Kalshi steigen ins Perpetual-Futures-Geschäft ein

Insgesamt haben Marktteilnehmende ihr DeFi-Engagement reduziert: Der Total Value Locked in DeFi sank von 99 Milliarden auf aktuell 83 Milliarden US-Dollar. Die Abflüsse beschränken sich nicht auf EVM-Netzwerke, sondern erfassen verschiedene Blockchains und Ökosysteme. So verzeichneten beispielsweise mehrere USDC-Märkte auf Solanas führendem Kreditprotokoll Kamino deutliche Anstiege beim Einlagen-APY sowie bei den Auslastungsquoten.  

Generell am stärksten betroffen sind die Kreditmärkte: Der TVL im Kreditbereich fiel von 53 Milliarden auf 40 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 24.5 Prozent entspricht. Das TVL von Aave liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts 45 Prozent tiefer bei 14.2 Milliarden US-Dollar, während die Gesamteinlagen in dieser Woche von 48.5 Milliarden auf 30 Milliarden US-Dollar zurückgingen. Andere führende Kreditplattformen zeigen ein differenziertes Bild: Die Gesamteinlagen bei Morpho sanken ebenfalls, während das TVL von Sparks SparkLend in dieser Woche zulegen konnte. 

In den vergangenen zwei Tagen lancierte Aave die Initiative «DeFi United», um die Deckung von rsETH wiederherzustellen. Verschiedene bedeutende Akteure der Branche haben bereits ETH beigesteuert: Lido leistete 2'500 ETH, EtherFi 5'000 ETH, und auch Ethena sowie LayerZero beteiligten sich mit nicht offengelegten Beträgen. Stani Kulechov, Gründer und CEO von Aave, steuerte zudem 5'000 ETH aus eigenen Mitteln bei. 

Es bleiben noch zahlreiche offene Fragen, und wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Zu weiteren Themen: Auf einer positiveren Note kündigten Kalshi und Polymarket diese Woche an, dass beide Plattformen künftig den Handel mit Perpetual Futures direkt auf ihren Plattformen anbieten werden. Diese Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Hyperliquid mit dem bevorstehenden HIP-4-Upgrade im Rampenlicht steht, das Hyperliquid den Einstieg in den Bereich der Prognosemärkte und den Optionshandel ermöglichen soll. Eine interessante Dynamik entsteht dadurch, dass alle drei Plattformen, neben anderen, offenbar darum konkurrieren, zur universellen Heimat des Finanzwesens zu werden, dem Ort, an dem Nutzer sämtliche ihrer Bedürfnisse im Bereich der Finanzmärkte abdecken können.

Kapitalflüsse bei digitalen Anlageprodukten

1.4 Milliarden US-Dollar Zuflüsse in der Vorwoche und Trend hält an 

In der vergangenen Woche verzeichneten digitale Anlageprodukte Nettozuflüsse von 1.4 Milliarden US-Dollar und damit die dritte Woche in Folge mit positiven Nettoströmen. Die 1.4 Milliarden US-Dollar stellen den höchsten Wochenzufluss seit Januar dar. Bitcoin verbuchte wie gewohnt den grössten Anteil an den Zuflüssen mit 1.1 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Ethereum mit 328 Millionen US-Dollar. 

Wie bereits erwähnt, setzte Strategy seine Kaufserie fort und erwarb in einer einzigen Woche 34'000 BTC im Gesamtwert von über 2.5 Milliarden US-Dollar. Damit handelt es sich um den grössten wöchentlichen Kauf seit November 2024, kurz nach dem Wahlsieg von Donald Trump. Bitmine erwarb ebenfalls eine erhebliche Menge Ether, genauer gesagt über 100’000. Die vergangene Woche markierte den grössten Kauf seit Dezember 2025 und bringt den Gesamtbestand auf nahezu 5 Millionen Ether.

Marktstimmung

Krypto-Sentiment erhöht sich, Aktienmarkt im gierigen Bereich 

Das Krypto-Marktsentiment stieg gestern auf 46 und liegt heute bei rund 39. Damit verbleibt der Index zwar im Angstbereich, während der US-Aktienmarkt bereits in Richtung extremer Gier tendiert. Auch die Umfrage der American Association of Individual Investors verzeichnete einen deutlichen Anstieg des Anteils bullisher Mitglieder: 46 Prozent zeigen sich optimistisch, gegenüber 33 Prozent zu Beginn des Monats. Solche markanten Sprünge bei den bullishen Mitgliedern fallen historisch häufig mit kurzfristigen Marktspitzen zusammen, da der historische Durchschnitt bullisher Mitglieder bei 37 Prozent liegt und das Jahreshoch von 49.5 Prozent im Januar dieses Jahres, kurz vor der Korrektur, erreicht wurde.

Quelle: AAII Sentiment Survey

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Ein Ausblick

Waffenstillstand hält an und Kryptomarkt steigt, aber wie geht es weiter? 

Die Lage zwischen Iran, Israel, den USA und den weiteren beteiligten Parteien des Konflikts bleibt ausgesprochen unübersichtlich. Das Hin und Her zwischen Trump und Vertretern des Iran setzt sich täglich fort: Mal finden Friedensgespräche statt, am nächsten Tag sind sie wieder ausgesetzt; mal ist die Strasse von Hormus geöffnet, dann wieder geschlossen. Wie sich die Lage entwickeln wird, bleibt abzuwarten, doch der Markt scheint in den kommenden Tagen oder Wochen mit einem positiven Ausgang zu rechnen. US-Aktien bewegen sich knapp unterhalb neuer Allzeithochs, der Kryptomarkt notiert aufsteigend, wenngleich die meisten Vermögenswerte noch weit von neuen Höchstständen entfernt sind. ETFs und Digital-Asset-Treasuries akkumulieren weiterhin grosse Mengen Bitcoin und Ether, während zentrale Narrative wie Perpetual Trading, RWA-Tokenisierung, Prognosemärkte und künstliche Intelligenz den Markt dominieren. Die jüngsten Exploits bei KelpDAO und Drift haben DeFi in ein schlechtes Licht gerückt; die gesamte Branche beginnt, die Sicherheit ihrer Vermögenswerte zu hinterfragen, insbesondere angesichts des Mythos-Modells von Anthropic, das weltweit weitere DeFi-Protokolle für Angreifer anfälliger machen könnte. Während nur bestimmte Protokolle kursseitig merklich Schaden nahmen, verzeichnete der DeFi-Sektor insgesamt Abflüsse, während der Gesamtkryptomarkt in dieser Woche weiter anstieg. 

Nachfolgend finden Sie einige der wichtigsten Datenveröffentlichungen und Ereignisse, auf die Sie nächste Woche achten sollten. 

Dienstag, 28. April 2026 

Japan – Zinsentscheid der Bank of Japan (BoJ) und geldpolitische Stellungnahme 

USA – CB-Konsumentenvertrauen 

Mittwoch, 29. April 2026 

USA – Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed), FOMC-Statement und anschliessende Pressekonferenz 

Kanada – Zinsentscheid der Bank of Canada (BoC) 

Donnerstag, 30. April 2026 

China – Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (Manufacturing PMI) 

Eurozone – Verbraucherpreisindex (VPI), Kern-VPI, Arbeitslosenquote, Bruttoinlandprodukt (BIP) 

Grossbritannien – Zinsentscheid der Bank of England (BoE) 

EZB – Zinsentscheid 

USA – Bruttoinlandprodukt (BIP), PCE-Preisindex und Kern-PCE-Preisindex 

Freitag, 1. Mai 2026 

USA – ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe

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